Komplexe Themen einfach erklären, ohne an Kompetenz zu verlieren

Komplexe Themen einfach erklären. Das fällt ausgerechnet Fachleuten am schwersten. Wer tief in Datenschutz, Software, Versicherung oder Beratung steckt, sieht die eigene Fachsprache nicht mehr. Und viele fürchten, mit einfachen Worten unprofessionell zu wirken. Hier bekommst du 7 Schritte, echte Vorher-/Nachher-Beispiele und den Nachbarinnen-Test, mit dem du dein Fachwissen verständlich machst.

„Wie kann ich mein Fachthema einfach und verständlich darstellen? Ich schreibe viel zu kompliziert.“

Diese Frage hat mir eine Kundin gestellt. Und ich höre sie in fast jedem Workshop. Mal von einer Datenschutzberaterin, mal von einem Produktteam aus der Softwarebranche, mal von Fachleuten aus Versicherung oder Compliance. Ihre Themen sind deutlich komplizierter als ein Schokoriegel.

Kurz danach fällt fast immer dieser Satz: „Wenn ich das so einfach schreibe, klinge ich doch unprofessionell.“

Ich verstehe die Sorge. Wer jahrelang Fachwissen aufgebaut hat, will das auch zeigen. Und weißt du was? Genau diese Sorge macht Texte kompliziert. Die gute Nachricht: Verständlich schreiben ist Handwerk. Und Handwerk kannst du lernen.

Auf einen Blick

  • Komplexe Themen einfach erklären heißt: Fachwissen so übersetzen, dass Menschen ohne Vorwissen es beim ersten Lesen verstehen und richtig einordnen.

  • Fachleute unterschätzen ihre eigene Fachsprache. Die Psychologie nennt das den Fluch des Wissens.

  • Einfache Sprache kostet dich keine Kompetenz. Eine Studie des Psychologen Daniel Oppenheimer zeigt: Unnötig komplizierte Wörter lassen Verfassende weniger intelligent wirken.

  • Der größte Hebel für Fachleute: Ausnahmen weglassen und über den wahrscheinlichsten Fall schreiben.

  • Der Urschleim-Effekt: Schreib jeden Text so, als hätten die Lesenden noch nie von dir und deinem Thema gehört.

  • Der Nachbarinnen-Test von SCHÖNGOLD: Versteht deine 80-jährige Nachbarin, was du anbietest, verstehen es alle anderen auch.

Das erwartet dich:

  • Was es heißt, komplexe Themen einfach zu erklären

  • Warum Fachleute so schwer verständlich schreiben

  • Warum einfache Sprache deine Kompetenz zeigt

  • 3 Vorher-/Nachher-Beispiele aus der Praxis

  • 7 Schritte vom Fachwissen zum verständlichen Text

  • Der Nachbarinnen-Test und zwei weitere Prüfmethoden

  • Ein Fachthema, drei Kanäle: LinkedIn, Website, E-Mail

  • Häufige Fehler, Selbstcheck und FAQ

Was heisst es, komplexe Themen einfach zu erklären?

Komplexe Themen einfach erklären heißt: Fachwissen so zu übersetzen, dass Menschen ohne Vorwissen es beim ersten Lesen verstehen, richtig einordnen und wissen, was sie damit tun können. Du lässt dafür Details weg, wählst vertraute Wörter und baust deinen Text so, dass er auch beim Überfliegen funktioniert.

Einfach heißt dabei nicht falsch. Und es heißt auch nicht infantil. Du nimmst deinen Lesenden “nur” die Übersetzungsarbeit ab, die sie sonst selbst leisten müssten.

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim bringt es im Interview mit Forschung & Lehre auf den Punkt: „Wenn Laien mit der komplizierten Variante gar nichts anfangen können, ist die Alternative, dass sie einen Sachverhalt etwas unscharf verstehen, immer noch besser.“ (Forschung & Lehre, 2025)

Ich sehe mich in meinen Workshops als Übersetzerin. Und genau diese Rolle gebe ich den Teilnehmenden mit: Du übersetzt dein Fachthema von Fachchinesisch in eine Sprache, die dein Gegenüber spricht – oder zumindest versteht.

Warum schreiben Fachleute so schwer verständlich?

Weil sie sich nicht mehr erinnern, wie es war, ihr Fachgebiet nicht zu kennen. Die Psychologie nennt das den Fluch des Wissens, auf Englisch Curse of Knowledge. Das DocCheck Flexikon beschreibt diesen Expertenbias so: Fachleute setzen ihre eigenen Kenntnisse unbewusst als selbstverständlich voraus (DocCheck Flexikon).

Ein berühmtes Experiment zeigt, wie stark das wirkt. Die Psychologin Elizabeth Newton ließ Menschen bekannte Lieder auf einen Tisch klopfen. Die Klopfenden schätzten, dass ihr Gegenüber jedes zweite Lied erkennt. Erkannt wurden 3 von 120. Die Klopfenden hörten die Melodie in ihrem eigenen Kopf. Die Zuhörenden hörten nur random Klopfen. Genau so geht es dir mit deinem Fachwissen.

In meinen LinkedIn-Workshops erlebe ich das jedes Mal. Da kommen Fragen wie „Wie tagge ich eine andere Person in meinem Beitrag?“ oder „Was ist der Unterschied zwischen Folgen und Vernetzen?“ Für mich ist das Alltag. Für die Teilnehmenden ist es Neuland. Diese Lücke zwischen Wissen von Fachleuten und Wissen von Einsteigenden musst du in jedem Text überbrücken.

Schreibcoachin mit Markenbrille Stefanie Heiserowski spricht über komplexe Themen, einfach erklärt

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Wirkst du mit einfacher Sprache weniger kompetent?

Nein. Mit einfacher Sprache wirkst du sogar noch kompetenter, weil du zeigst, dass du dein Thema durchdrungen hast. Wer kompliziert schreibt, geht zwei Risiken ein:

  1. Dein Gegenüber fühlt sich dumm und hört auf zu lesen.

  2. Dein Gegenüber spricht dir die Kompetenz ab, dein Thema verständlich rüberzubringen. Und hört auf zu lesen.

Die Forschung stützt das. Daniel Oppenheimer hat in mehreren Experimenten Texte mit unnötig langen Wörtern angereichert und bewerten lassen. Das Ergebnis: Die Bewertenden hielten die Verfassenden der komplizierten Fassungen für weniger intelligent (Oppenheimer 2006, Applied Cognitive Psychology).

Für dich heißt das: Einfache Sprache ist kein Downgrade (und hat nichts mit “leichter Sprache” zu tun). Sie ist ein Zeichen von Souveränität. Wer sein Fach beherrscht, kann es in zwei Sätzen erklären.

Fachchinesisch erkennen: 3 Vorher-/Nachher-Beispiele

Fachchinesisch ist eine Sprache voller Fachbegriffe und Abkürzungen, die nur Menschen aus der eigenen Branche verstehen. Diese drei Beispiele stammen aus der Praxis.

Beispiel 1: Finanzdienstleistung (anonymisiert, leicht gekürzt)

So klang es vorher: „Von der Veränderung der Zielgruppen über Digitalisierung bis hin zu Themen wie Embedded Insurance und Sales as a Service war alles dabei.“

So geht's besser: „Banken verkaufen Versicherungen künftig genau dort, wo Kundinnen und Kunden gerade etwas kaufen. Wer einen Autokredit abschließt, bekommt die passende Absicherung gleich mit einem Klick dazu. Darüber haben vier Fachleute auf unserer Bühne diskutiert.“

Was sich verändert hat: Aus zwei Fachbegriffen wird ein Bild aus dem Alltag. Die Lesenden sehen den Autokredit vor sich und verstehen sofort, worum es geht.

Beispiel 2: Behörden- und B2B-Sprache

So klang es: „Zwecks Überprüfung der Anspruchsberechtigung bitten wir um zeitnahe Einreichung der Nachweise.“

So geht's besser: „Bitte schicken Sie uns Ihre Nachweise bis zum 20.05.2026. Dann prüfen wir Ihren Anspruch.“

Was sich verändert hat: Verben statt Substantivierungen, ein konkretes Datum statt „zeitnah“, eine klare Reihenfolge.

Beispiel 3: Kundenservice

So klang es: „Wir entschuldigen uns für eventuelle Unannehmlichkeiten.“

So geht's besser: „Wir entschuldigen uns bei Ihnen, dass wir Sie heute nicht pünktlich an Ihr Ziel bringen. Bitte wenden Sie sich nach Ihrer Fahrt an unseren Service. Dort bekommen Sie sofort einen Teil Ihres Ticketpreises zurück – auch wenn das die Verspätung nicht ungeschehen macht.“

Was sich verändert hat: Die Floskel wird zu einer echten Entschuldigung. Und die Lesenden wissen, was sie als Nächstes tun können.

Komplexe Themen einfach erklären in 7 Schritten

Diese 7 Schritte nutze ich in meinen Workshops mit Fachkräften. Die Beispiele sind typische Formulierungen aus schwer erklärbaren Themen wie Software, Datenschutz, Compliance und Versicherung.

1. Fang beim Urschleim an

Der Urschleim-Effekt ist eine Methode von SCHÖNGOLD: Du schreibst jeden Text so, als hätten die Lesenden noch nie von dir, deinem Unternehmen oder deinem Thema gehört. In einem Workshop bei einem Verband war sie für viele Teilnehmende ein echter Augenöffner.

Viele gehen davon aus, dass ihr Netzwerk längst weiß, was sie tun. Dass alle jeden Post lesen. Und dass Wiederholungen nerven. Das stimmt nicht. LinkedIn zeigt jeden Post nur einem Teil deines Netzwerks. Und kaum jemand erinnert sich an einen Post von vor drei Wochen. Und noch weniger Menschen stecken fachlich tief im jeweiligen Thema.

So klang es: „Mit Release 4.2 ist das SSO-Onboarding jetzt auch für Enterprise-Tenants live.“

So geht's besser: „Ihr nutzt unsere Software mit vielen Teams? Ab heute melden sich eure Mitarbeitenden mit ihrem gewohnten Firmen-Login an. Ein Passwort weniger, das sie sich merken müssen.“

2. Nimm dir pro Abschnitt ein kleines Thema vor

Du weißt viel über dein Thema. Das ist gut. Deine Lesenden brauchen davon aber nur ein klitzikleines Stück. Frag dich: Welches kleine Thema beleuchte ich heute? Nicht zehn. Nicht fünf. Eins.

Statt „Alles, was du zur DSGVO wissen musst“ schreibst du über eine konkrete Situation: „Eine Kundin will wissen, welche Daten ihr über sie speichert. Was jetzt?“ Den Rest erzählst du im nächsten Text. So entsteht ganz nebenbei eine Serie.

3. Lass die Ausnahmen weg

Dieser Schritt fällt Fachleuten aus Datenschutz, Compliance, Recht und Versicherung am schwersten. Ihr Beruf verlangt Vollständigkeit und Absicherung. Jede Ausnahme könnte die eine sein, die später Ärger macht.

Im Text für Laien gilt eine andere Regel: Schreib über den wahrscheinlichsten Fall. Die Ausnahmen gehören in das persönliche Gespräch, in eine FAQ oder in ein verlinktes Dokument.

So klang es: „In der Regel gilt eine Frist von einem Monat, wobei diese in Ausnahmefällen, etwa bei umfangreichen oder zahlreichen Anträgen, um weitere zwei Monate verlängert werden kann, sofern die betroffene Person innerhalb eines Monats über die Verlängerung informiert wird.“

So geht's besser: „Ihr habt einen Monat Zeit, um die Anfrage zu beantworten. Für Sonderfälle gibt es Ausnahmen. Die klärt ihr mit der Person, die bei euch für Datenschutz zuständig ist.“

Ist das unvollständig? Ja. Ist es falsch? Nein. Und es wird gelesen.

4. Ersetze Fachbegriffe oder erkläre sie

Verzichte auf Fachbegriffe, die dein Gegenüber nicht sicher kennt. Wenn einer sein muss, erklär ihn bei der ersten Verwendung in einem kurzen Satz. Mein Tipp: Erklär erst die Idee, dann nenn den Begriff.

Ein kleines Wörterbuch aus meinen Workshops:

  • Schreibstimme oder Tone of Voice → wie du klingst, wenn du schreibst

  • Positionierung → wofür Menschen ein Unternehmen kennen und buchen sollen

  • Personal Branding → wie du dich als Person sichtbar machst

  • Markentonalität → wie euer Unternehmen in Texten klingt

  • Impressions → wie oft LinkedIn deinen Post anderen angezeigt hat

  • Interaktionsrate → wie viele dieser Menschen geliked oder kommentiert haben

  • Hook → der erste Satz, der zum Weiterlesen bringt

  • Corporate Influencer → Mitarbeitende, die auf LinkedIn über ihre Arbeit sprechen

Leg dir für dein Fachgebiet so eine Liste an. Und ergänze sie jedes Mal, wenn dich jemand fragend anschaut.

5. Wähle Beispiele aus der Lebensrealität deiner Zielgruppe

Ein gutes Beispiel ersetzt drei Absätze Erklärung. Es muss aus der Welt deiner Lesenden kommen, nicht aus deiner.

So klang es: „Unternehmen müssen eine interne Meldestelle nach dem Hinweisgeberschutzgesetz einrichten.“

So geht's besser: „Eine Meldestelle ist wie ein Briefkasten im Unternehmen. Mitarbeitende werfen dort einen Hinweis ein, wenn ihnen etwas komisch vorkommt. Und zwar so, dass ihnen daraus kein Nachteil entsteht.“

Für eine Geschäftsführung wählst du ein anderes Bild als für Auszubildende. Frag dich: Was kennt meine Zielgruppe aus ihrem Alltag?

6. Schalte in den Überfliegermodus

Der Überfliegermodus ist eine Methode von SCHÖNGOLD: Du baust deinen Text so, dass er auch beim Überfliegen funktioniert. Erst das große Bild, dann die Details.

So geht's:

  • Der erste Satz enthält deine Kernbotschaft.

  • Zwischenüberschriften sagen, was im Abschnitt steht.

  • Aufzählungen ersetzen lange Absätze.

  • Fett markierst du nur das, was hängen bleiben soll.

Mach den Test: Lies nur die Überschriften und die ersten Sätze. Verstehst du dann, worum es geht? Wenn ja, funktioniert dein Text.

7. Schreib kurze Sätze mit vielen Verben und Punkten

Pro Satz ein Gedanke. Maximal ein Komma. Verben statt Substantivierungen. „Wir prüfen“ statt „die Durchführung der Prüfung erfolgt“.

Wie das im Detail geht, liest du in meinem Artikel bessere Texte schreiben: 14 Tipps mit Vorher/Nachher-Beispielen.

Stefanie Heiserowski im Workshop mit E.ON

Über die Autorin

Stefanie Heiserowski ist Schreibcoachin mit Markenbrille und Gründerin von SCHÖNGOLD. Sie begleitet Teams und Fachleute aus Datenschutz, Unternehmensberatung, Pharma, Energie und vielen anderen Branchen dabei, ihr Fachwissen in Texte zu übersetzen, die verstanden werden. Als Trainerin bei LinkedIn Learning hat sie drei Kurse veröffentlicht.

Prüfen statt hoffen: der Nachbarinnen-Test

Der Nachbarinnen-Test ist die Prüfmethode aus meinen Workshops: Würde deine 80-jährige Nachbarin verstehen, was du anbietest? Wenn ja, verstehen es alle anderen auch.

Es geht dabei nicht um Intelligenz. Deine Nachbarin ist klug. Ihr fehlt nur dein Fachwissen. Genau wie den meisten Menschen, die deinen Text lesen.

Zwei weitere Prüfmethoden ergänzen den Test:

  1. Laut vorlesen und aufnehmen. Lies deinen Text laut vor und nimm dich mit dem Handy auf. Hör dir die Aufnahme an. Wo du stolperst oder Luft holen musst, ist der Satz zu lang.

  2. Laien-Check. Gib deinen Text einer Person, die nicht aus deinem Fach kommt. Frag sie danach: Was ist die Kernaussage? Und was sollst du jetzt tun? Antwortet sie anders als erwartet, überarbeitest du den Text.

Du bist für deinen eigenen Text betriebsblind. Das ist normal. Darum testest du mit anderen.

Ein Fachthema, drei Kanäle

Komplexe Themen einfach erklären funktioniert in jedem Kanal. Das Prinzip bleibt gleich, nur die Länge ändert sich. Hier ein Thema aus dem Datenschutz in drei Formaten.


LinkedIn-Post:

„Eine Kundin will wissen, welche Daten ihr über sie gespeichert habt. Was jetzt?

Keine Panik. Ihr habt einen Monat Zeit.

So geht ihr vor:

▶ Bestätigt kurz, dass die Anfrage angekommen ist.

▶ Sammelt alle Daten zu dieser Person aus euren Systemen.

▶ Schickt ihr eine verständliche Übersicht.

Habt ihr so eine Anfrage schon mal bekommen?“


Website-Absatz:

„Eine Kundin möchte wissen, welche Daten Sie über sie gespeichert haben? Das ist ihr gutes Recht. Und Sie haben einen Monat Zeit, um zu antworten.

In die Antwort gehören eine Kopie der Daten und ein paar Erklärungen dazu: wofür Sie die Daten nutzen, an wen Sie sie weitergeben und wie lange Sie diese speichern. Klingt nach viel Papierkram? Mit einem klaren Ablauf ist es in wenigen Stunden erledigt.

Wir richten diesen Ablauf gemeinsam mit Ihrem Team ein. Sie bekommen eine Checkliste, eine Vorlage für das Antwortschreiben und eine feste Ansprechperson für Rückfragen. So beantworten Sie jede Anfrage sicher und pünktlich. Ohne Stress und ohne Juristendeutsch.“


E-Mail an das Team:

„Betreff: Datenauskunft – bitte bis Freitag eure Daten schicken

Hallo zusammen,

eine Kundin hat uns gefragt, welche Daten wir über sie gespeichert haben. Darauf hat sie ein Recht. Wir müssen ihr bis zum 15. November antworten.

Dafür brauche ich eure Hilfe. Bitte schaut in euren Systemen nach, was wir zu dieser Kundin haben:

▶ Vertrieb: Kontaktdaten und Gesprächsnotizen im CRM

▶ Buchhaltung: Rechnungen und Zahlungen

▶ Marketing: Newsletter-Anmeldung und Klickdaten

Schickt mir eure Ergebnisse bitte bis Freitag, 12 Uhr. Ein Screenshot oder eine Liste reicht. Den Namen der Kundin findet ihr im Ticket.

Ich fasse alles zusammen und stimme die Antwort mit unserer Datenschutzberatung ab. Fragen? Ruft mich gern an.

Danke euch!“


Für LinkedIn findest du mehr in meiner LinkedIn-Content-Anleitung für Einsteiger. Für E-Mails lies So schreibst du E-Mails, die ankommen. Und wenn du dein Fachthema auf der Bühne erklärst, hilft dir mein Leitfaden für Keynotes und Präsentationen.

Fachwissen im Unternehmen und als Personal Brand

Im Unternehmen kommen zur Fachsprache noch interne Abkürzungen, Projektnamen und Formate dazu. „Unser Q3-OKR für das CX-Programm“ versteht im Haus jede Person. Draußen niemand.

Dazu kommen Freigabeschleifen. Legal oder Compliance lesen gegen und fügen Präzision hinzu. Am Ende steht wieder Fachchinesisch im Post. Mein Tipp: Klärt vor dem Schreiben, welche Aussagen exakt sein müssen und welche ihr vereinfachen dürft. Das spart Runden und Nerven.

Wenn Fachkräfte als Corporate Influencer posten, sprechen sie als Mensch. Nicht als Pressestelle. Das macht ihr Fachwissen nahbar. Wie du dein Team dafür fit machst, liest du in 7 Schreib-Hacks aus meinen Corporate Influencer Workshops.

Als Personal Brand, zum Beispiel als selbstständige Beraterin, nutzt du Fachsprache gern als Schutzschild. Sie soll Kompetenz beweisen. Sie hält aber genau die Menschen auf Abstand, die dich beauftragen könnten.

„Wenn deine Abkürzung nicht im Song „MfG“ von den Fantastischen Vier vorkommt, lass sie lieber weg.“
— Stefanie Heiserowski

5 häufige Fehler beim Erklären von Fachthemen

  1. Alles erzählen wollen. Du packst dein gesamtes Wissen in einen Text. Die Lesenden ertrinken.

  2. Einen Fachbegriff mit dem nächsten erklären. „Embedded Insurance ist eine Form von B2B2C-Distribution.“ Damit ist niemandem geholfen.

  3. Einfach mit infantil verwechseln. Verständlich heißt nicht, mit Erwachsenen wie mit Kindern zu sprechen. Bleib auf Augenhöhe.

  4. Interne Abkürzungen stehen lassen. Was im Team selbstverständlich ist, ist draußen ein Rätsel.

  5. Nur selbst gegenlesen. Du kennst dein Thema zu gut, um die Lücken zu sehen.

Selbstcheck: Ist dein Fachtext verständlich?

Geh diese Fragen durch, bevor du veröffentlichst:

  • Steht deine Kernbotschaft im ersten Satz?

  • Behandelt jeder Abschnitt nur ein kleines Thema?

  • Hast du jeden Fachbegriff ersetzt oder erklärt?

  • Hast du interne Abkürzungen aufgelöst?

  • Sprichst du über den wahrscheinlichsten Fall statt über Ausnahmen?

  • Kommt dein Beispiel aus der Lebensrealität deiner Zielgruppe?

  • Verstehst du den Text, wenn du nur Überschriften und erste Sätze liest?

  • Enthält jeder Satz nur einen Gedanken?

  • Hast du den Text laut vorgelesen?

  • Würde deine 80-jährige Nachbarin verstehen, worum es geht?

Fazit: Verständlich schreiben zeigt Kompetenz

Komplexe Themen einfach erklären ist keine Frage von Talent. Es ist Handwerk. Du fängst beim Urschleim an, nimmst dir ein kleines Thema vor, lässt Ausnahmen weg und prüfst deinen Text mit dem Nachbarinnen-Test.

Und die Sorge, unprofessionell zu klingen? Die darfst du loslassen. Wer sein Fachwissen verständlich macht, wird gelesen, verstanden und beauftragt.

Du. Kannst. Schreiben. Ich glaub' an dich!

Sitzen in eurem Team kluge Köpfe, die niemand versteht?

Dann lasst uns das ändern. In meinen Workshops für Fachteams und in meinen Corporate-Influencer-Workshops üben eure Mitarbeitenden genau das: Fachwissen in Texte übersetzen, die ankommen. Mit euren echten Themen, euren echten Texten und direktem Feedback. Interaktiv, praxisnah und ohne Frontalunterricht.

Du willst erst mal allein loslegen? Dann hol dir meinen kostenlosen Anti-Fehler-Guide mit den 10 häufigsten Text-Fehlern.

FAQ: Komplexe Themen einfach erklären

Wie erkläre ich komplexe Themen einfach? Komplexe Themen erklärst du einfach, indem du beim Grundwissen deiner Lesenden anfängst, pro Abschnitt nur ein kleines Thema behandelst und Fachbegriffe ersetzt oder erklärst. Lass Ausnahmen weg und wähle Beispiele aus dem Alltag deiner Zielgruppe. Prüf deinen Text zum Schluss mit einer fachfremden Person.

Wie mache ich Fachwissen für Laien verständlich? Fachwissen machst du für Laien verständlich, wenn du es aus ihrer Perspektive erzählst. Frag dich, welches Problem dein Wissen für sie löst, und beginne dort. Nutze kurze Sätze, vertraute Wörter und ein konkretes Beispiel.

Wirke ich weniger kompetent, wenn ich einfach schreibe? Nein, mit einfacher Sprache wirkst du kompetenter. Eine Studie von Daniel Oppenheimer (2006) zeigt, dass unnötig komplizierte Wörter Verfassende weniger intelligent wirken lassen. Wer ein Thema verständlich erklärt, zeigt, dass die Person es durchdrungen hat.

Was ist der Fluch des Wissens? Der Fluch des Wissens, englisch Curse of Knowledge, ist eine Denkverzerrung: Fachleute setzen ihr eigenes Wissen unbewusst bei anderen voraus. Darum überspringen sie Grundlagen und nutzen Fachbegriffe, ohne es zu merken. Gegenmittel sind Tests mit Laien und der bewusste Blick auf das Vorwissen der Zielgruppe.

Wie erkläre ich Fachbegriffe richtig? Fachbegriffe erklärst du richtig, indem du erst die Idee in Alltagssprache beschreibst und dann den Begriff nennst. Erklär ihn bei der ersten Verwendung in einem kurzen Satz. Erklär nie einen Fachbegriff mit einem anderen Fachbegriff.

Was ist der Nachbarinnen-Test? Der Nachbarinnen-Test ist eine Prüfmethode von SCHÖNGOLD: Du fragst dich, ob deine 80-jährige Nachbarin verstehen würde, was du anbietest. Wenn ja, verstehen es alle anderen auch. Der Test prüft nicht Intelligenz, sondern fehlendes Fachwissen.

Was ist der Urschleim-Effekt? Der Urschleim-Effekt ist eine Methode von SCHÖNGOLD: Du schreibst jeden Text so, als hätten die Lesenden noch nie von dir oder deinem Thema gehört. So wird jeder Text verständlich, auch für Menschen mit unterschiedlichem Wissensstand. Interne Begriffe und Formate werden dadurch automatisch erklärt.

Darf ich in Texten für Laien Ausnahmen weglassen? Ja, in Texten für Laien darfst du Ausnahmen weglassen, solange deine Aussage für den wahrscheinlichsten Fall stimmt. Weise kurz darauf hin, dass es Sonderfälle gibt, und nenne eine Anlaufstelle. Die Details gehören in ein Gespräch, ein FAQ oder ein verlinktes Dokument.

Wie schreibe ich einen LinkedIn-Post über ein Fachthema? Für einen LinkedIn-Post über ein Fachthema wählst du eine konkrete Situation aus dem Alltag deiner Zielgruppe und beantwortest genau eine Frage dazu. Stell die Kernbotschaft in die ersten Zeilen und gliedere den Rest in kurze Absätze oder Aufzählungen. Beende den Post mit einer Frage an dein Netzwerk.

Wie trainiere ich ein Team darin, verständlich zu schreiben? Ein Team trainierst du am besten mit echten Texten aus seinem Arbeitsalltag. In einem Workshop überarbeiten die Mitarbeitenden ihre eigenen Fachtexte, testen sie gegenseitig und bekommen direktes Feedback. Eine gemeinsame Wörterliste für Fachbegriffe sichert das Ergebnis im Alltag.

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Abwesenheitsnotiz richtig schreiben: Elemente, Beispiele, Selbstcheck