Finde deine Schublade: Warum du im Business ein Label brauchst
Privat hassen wir es. Niemand will in eine Schublade gesteckt werden. Wir sind komplex, vielschichtig und lassen uns ungern in eine Ecke drängen. Aber im Business? Da ist die Schublade deine beste Freundin. Dein Umsatz-Booster. Deine Lebensversicherung. Deine Marketing-Maschine.
Wenn Menschen an dich und dein Unternehmen denken, muss im Kopf sofort diese eine Schublade aufgehen. Und diese Schublade sollte bestenfalls mit einem fetten Edding beschriftet sein.
Da steht dann nicht „Macht Webdesign, SEO und Branding“ oder „Ganz nette Beraterin“.
Da steht: „DIE Expertin für X“.
Warum du dich trauen kannst, dich festzulegen, und warum eine glasklare Positionierung nichts mit Einschränkung zu tun hat – das klären wir jetzt. Wie gewohnt Klartext, ohne Wischiwaschi.
Der graue Fisch im riesigen Teich (und warum er untergeht)
Wir alle schwimmen in einem riesigen Ozean voller Angebote. Fast niemand macht einen Job, den es so nirgendwo anders gibt (auch ich nicht). Um dich herum schwimmen tausende andere Fische. Viele sind grau. Viele schwimmen brav in dieselbe Richtung. Und fast alle blubbern dieselben Business-Floskeln: „Wir sind innovativ“, „Bei uns bekommst du maßgeschneiderte Angebote“, „Qualität ist uns wichtig“.
Gähn. Was bleibt davon hängen? Nix. Richtig.
Wenn du versuchst, es allen recht zu machen, bist du am Ende für niemanden relevant. Wer alles für alle ist, ist nichts für niemanden. In einer Welt, in der der Wettbewerb nur einen Klick entfernt ist, ist Markenpositionierung kein „Nice-to-have“ mehr. Sie entscheidet darüber, ob du gesehen wirst oder im Grundrauschen untergehst.
Du musst der bunte Fisch sein. Der, der auffällt. Der, bei dem die Leute sofort wissen: „Aha, die ist anders!“
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Mut zur Lücke: Warum „Schubladendenken“ dein Umsatz-Booster ist
Unser Gehirn ist faul. Es liebt Ordnung. Es will Label. Es will wissen:
Ist das was für mich? (Ja/Nein)
Kann die das? (Ja/Nein)
Passt die zu mir? (Ja/Nein)
Wenn deine Brand nicht klar kommuniziert, wofür sie steht, muss dein Gegenüber nachdenken. Und „Don’t make me think“ ist die goldene Regel im Marketing. Sobald Kund*innen grübeln müssen, sind sie weg. Weggeklickt. Tschüssikowski, Heiserowski.
Eine glasklare Positionierung sorgt dafür, dass du:
Sichtbar wirst: Du wirst als Expertin für DEIN Thema wahrgenommen.
Weiterempfohlen wirst: „Du brauchst Texte, die verkaufen? Geh zur Steffi, die ist die Schreibcoachin mit der Markenbrille!“ (Siehste? Schublade!)
Die Richtigen anziehst: Du willst keine Kundinnen und Kunden, die dich verbiegen wollen. Du willst die, die genau DICH und deine Art feiern.
Das ist der Jackpot. 🎰
Viele meiner Kund*innen – egal ob Solopreneur oder Geschäftsführerin eines KMU – haben aber Angst davor. Die Angst: „Wenn ich mich zu spitz positioniere, verliere ich Aufträge.“ Und ich sage nicht, dass eine spitze Positionierung zu jedem Business passt. Aber es hilft. Meistens.
Was oft passiert, wenn die Positionierung glasklar und spitz ist:
Du verlierst Anfragen, die eh nicht passen (und nur Zeit kosten).
Du gewinnst Anfragen von Menschen, die genau das suchen, was du hast und super zu dir passen.
Spitze Positionierung ist nicht eng. Sie ist präzise.
So kommst du zu deiner Positionierung:
3 Schritte zur Klarheit
Eine starke Brand fällt nicht vom Himmel. Du musst graben. Hier sind die drei essenziellen Schritte, um deine Schublade zu zimmern:
1. Klarheit über Vision, Purpose und Werte
Das ist dein innerer Kompass. Wenn „Transparenz“ dein oberster Wert ist, dann müssen deine Texte glasklar sein, ohne verstecktes Kleingedrucktes. Wenn „Leichtigkeit“ dein Ding ist, darfst du keine bleischweren akademischen Abhandlungen schreiben. Deine Werte sind der Filter, der entscheidet, wer sich von dir angezogen fühlt. Deine Vision zeigt, wo du mal hinmöchtest, und dein Purpose bringt zum Ausdruck, warum du das alles tust. All das sind Parameter, die dich greifbar machen. Die anziehend auf die richtigen Menschen wirken.
2. Kenne deine Superpower
Oft sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Was dir total leichtfällt, ist für andere Magie. Frag dein Umfeld, frag Freunde, frag ehemalige Kolleginnen: „Was kann ich viiiiel besser als alle anderen?“ Vielleicht ist es deine Fähigkeit, Chaos in Struktur zu verwandeln. Oder deine „Berliner Schnauze“, die Dinge auf den Punkt bringt, wo andere rumeiern. Das ist dein Gold. Oder du erkennst blitzschnell, woran ein Team krankt.
3. Thought Leadership: Wofür willst du das Gesicht sein?
Besetze ein Thema. Wenn jemand auf LinkedIn über dein Thema spricht, sollen alle sofort an dich denken. Du musst nicht zu allem eine Meinung haben. Aber zu DEINEM Thema brauchst du eine klare Kante.
5 Möglichkeiten einer spitzen Positionierung (mit Beispielen)
Es gibt viele Wege in die Sichtbarkeit. Hier sind 5 konkrete Ansätze für deine Positionierung:
1. Fokus auf eine Branche
Du bist nicht „Texterin für alle“.
Beispiel: Du bist Steuerberaterin nur für Ärztinnen und Apotheker.
Vorteil: Du sprichst die Sprache deiner Kund*innen perfekt.
2. Fokus auf eine spitze Zielgruppe
Du löst Probleme für eine ganz bestimmte Menschengruppe, egal aus welcher Branche.
Beispiel: Finanzcoaching speziell für alleinerziehende Mütter.
Vorteil: Die Identifikation ist riesig. Deine Zielgruppe fühlt sich sofort „gesehen“.
3. Fokus auf eine besondere Methode
Du machst das Gleiche wie andere, aber auf eine völlig andere Art.
Beispiel: Englisch lernen, aber nicht mit DIY-Onlinekursen, sondern durch WhatsApp-Sprachnachrichten-Pingpong.
Vorteil: Du wirst unvergleichbar.
4. Fokus auf die Region
Gerade für Dienstleister oft unterschätzt. Werde zum Platzhirsch.
Beispiel: Die SEO-Expertin fürs Allgäu.
Vorteil: Kurze Wege, persönlicher Kontakt, lokales Vertrauen.
5. Fokus auf Persönlichkeit & Stil (Personal Branding)
Mein Favorit, weil es am schwersten zu kopieren ist.
Beispiel: Der Anwalt, der in Hoodies rumläuft und auf Juristendeutsch verzichtet.
Vorteil: Echte Fans. Menschen kaufen von Menschen.
Dein Positionierungs-Template: „Ich bin die mit...“
Um es greifbar zu machen, fülle diesen Satz für dich aus. Er muss sitzen, nachts um drei, wenn ich dich wecke:
„Ich bin die mit [deiner Superpower/Methode], die [deiner Zielgruppe] hilft, [deren größtes Problem] zu lösen.“
Oder noch kürzer, für den schnellen Pitch:
„Ich bin die [Bezeichnung], die [das Besondere] macht.“
Beispiele?
Ich bin die Schreibcoachin mit der Markenbrille. (Das bin ich!)
Ich bin die Webdesignerin, die Onepager baut, die nicht nur hübsch sind, sondern auch von KI ausgelesen werden können.
Wir sind die Agentur, die IT-Projekte in 30 Tagen umsetzt.
Personal Branding auf LinkedIn: Zeig dich (un)perfekt!
Wenn du deine Schublade gefunden hast, musst du sie beschriften und laut rausposaunen. Und wo geht das besser als auf LinkedIn?
Aber bitte: Runter mit der Maske der Perfektion. Viele haben Angst, anzuecken oder was Falsches zu sagen oder Menschen abzuschrecken. Das Ergebnis? Profile, die so glatt sind, dass man darauf ausrutscht. Posts, die klingen wie vom Roboter geschrieben. Hier findest du übrigens meine Anleitung für richtig guten LinkedIn-Content.
Personal Branding heißt: Persönlichkeit zeigen. Ecken und Kanten machen dich nahbar. Erzähl von Fehlern. Teile deine Learnings. Schreib über deine Leidenschaften. Sei ein Mensch, keine Maschine. Eine KI kann Texte generieren, aber sie hat keine Haltung. Du schon.
Fazit: Raus aus dem Einheitsbrei, rein ins Gold!
Sich zu positionieren erfordert Mut. Es bedeutet, sich zu entscheiden und „Nein“ zu sagen zu allem, was nicht passt. Aber es bedeutet auch: Endlich gehört werden. Endlich Leichtigkeit im Marketing.
Du musst nicht jedem gefallen. Nur den Richtigen.
Mini-Übung für sofort:
Schreib deine 3 Werte auf (nicht verhandelbar).
Schreib deine Superpower in einem Satz.
Formuliere deine Variante von: „Ich bin die mit… “
Wenn du beim Schreiben merkst, dass du schwammig wirst: Das ist kein Zeichen von „Ich kann das nicht“. Das ist ein Zeichen von: Da fehlt noch Klarheit im Fundament der Zielgruppe, des Angebots, deiner Werte oder Superpower.
Vielleicht brauchst du jetzt jemanden, der deine Schublade mit dir aufräumt und beschriftet! – dann lass uns reden.
In meinen Co-Creation Sessions zu deiner Strategie holen wir die Lupe raus. Wir finden deine Marken-DNA, definieren deine Zielgruppe messerscharf und sorgen dafür, dass deine Positionierung sitzt wie angegossen. Damit du nicht nur irgendein Fisch bist, sondern der Goldfisch, nach dem alle suchen.
Bereit, aus dem Einheitsbrei herauszutreten?

