So überarbeitest Du Deinen Rohtext
Geschafft! Der Text ist fertig. Doch was nun? Einmal drüberlesen und veröffentlichen? Kannste machen, wird dann halt nicht gut 😉 Es sei denn, Du bist professionelle*r Texter*in und machst den ganzen Tag nichts anderes.
Gehörst Du eher zu der Spezies, die selten bis ab und zu Texte schreibt? Dann empfehle ich Dir meine 6-Schritte-Technik, mit der Du systematisch und objektiv Deinen Text überarbeitest. So wird er verständlich, klar und fehlerfrei.
Los geht’s:
Erstens: Den Text als Ganzes lesen
Text einmal am Stück lesen und dabei Tippis und sonstige Fehler direkt korrigieren. Nur das anpassen, was sofort auffällt und dort Kommentare einfügen, wo der Text noch nicht rund erscheint. Wichtig: Hier nicht viel Zeit investieren.
Zweitens: Reflektionsphase
Lass den Text ruhen und gewinne Abstand. Mindestens eine Nacht, idealerweise ein paar Tage. Lass Deine Gedanken kreisen. Schicke den Text an eine relevante Person für Feedback. Wichtig: Sie sollte ein*e potentielle*r Leser*in sein.
Drittens: Struktur und Inhalt überarbeiten
Jetzt arbeitest Du als erstes das Fremd-Feedback ein, welches mit Dir räsoniert und Du einleuchtend findest. Dann prüfst Du den Aufbau Deines Textes und den roten Faden.
Ist die Story verständlich?
Kommt die Message klar rüber?
Ist der Flow logisch und nachvollziehbar?
Braucht es noch Zwischenüberschriften?
Löse in diesem Schritt auch inhaltliche Probleme, sofern vorhanden. Schau Dir gegebenenfalls die Kommentare an, die Du beim ersten Lesen eingefügt hast.
Viertens: Sprache überarbeiten
Nachdem Du in Schritt 3 die Struktur und den Inhalt auf den Prüfstand gestellt hast, konzentrierst Du Dich jetzt auf Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und auf Stil, Satzbau und Wortwahl.
Gibt es Wiederholungen?
Tauchen Schachtelsätze auf?
Verwendest Du Worte, die Deine Zielgruppe eventuell nicht versteht?
Benutzt Du überflüssige Füllwörter?
Mache die Änderungen auf Deinem Papierausdruck.
Fünftens: Ausdrucken
Dieser Schritt ist am einfachsten. Druck Deinen Text auf Papier aus. Warum das so wichtig ist? Weil Du dort andere Sachen siehst als am Bildschirm – in der Regel hast Du einen besseren Blick für Fehler. Mach es Dir an einem Ort gemütlich, der NICHT Dein Schreibplatz ist. So ist der Abstand zum Text noch größer und Du hängst Dein Herz nicht an einzelne Formulierungen.
Sechstens: Das Finale
Arbeite die Änderungen Deines Ausdrucks in Dein Dokument am Computer ein. Lasse den Text nochmal einen Tag ruhen. Ein letztes Mal ausdrucken, lesen, korrigieren und Änderungen einpflegen. Fertig!
Lass mich unbedingt wissen, wie Du die 6-Schritte-Methodik fandest. Ich freue mich auf Dein Feedback an stefanie@schoen-gold.com.
Übrigens: Bei LinkedIn Learning habe ich einen Kurs, der sich nur mit dem Überarbeiten beschäftigt!
FAQ: Rohtext überarbeiten
Wie überarbeite ich einen Text richtig?
Geh in sechs Schritten vor: einmal ganz lesen, ruhen lassen und Feedback holen, Struktur und Inhalt überarbeiten, Sprache überarbeiten, ausdrucken und zum Schluss finalisieren. So wird Dein Text verständlich, klar und fehlerfrei. Das klappt auch, wenn Du nur ab und zu schreibst.
Reicht es, einen Text einmal durchzulesen?
Nein. Einmal drüberlesen und veröffentlichen geht zwar, bringt aber kein gutes Ergebnis. Der erste Lesedurchgang ist nur der Anfang: Tippfehler raus, Kommentare an unrunde Stellen, weiter.
Wie lange sollte ein Text vor dem Überarbeiten ruhen?
Mindestens eine Nacht, besser ein paar Tage. So gewinnst Du Abstand und liest Deinen Text mit frischem Blick. Vor dem Finale gönnst Du ihm noch einmal einen Tag Pause.
Wer sollte Feedback zu meinem Text geben?
Am besten eine Person aus Deiner Zielgruppe, also eine potenzielle Leser*in. Ihr Feedback arbeitest Du ein, sofern es Dir einleuchtet. Du musst nicht jeden Hinweis übernehmen.
Erst Inhalt oder erst Sprache überarbeiten?
Erst Struktur und Inhalt, dann die Sprache. Prüfe zuerst, ob Deine Story verständlich ist, die Kernbotschaft ankommt und der Ablauf logisch ist. Danach geht es an Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung, Stil, Satzbau und Wortwahl.
Woran erkenne ich sprachliche Schwächen in meinem Text?
An Wiederholungen, Schachtelsätzen und überflüssigen Füllwörtern. Und an Wörtern, die Deine Zielgruppe vermutlich nicht versteht. Diese Änderungen machst Du am besten direkt auf dem Ausdruck.
Warum sollte ich Texte ausgedruckt korrigieren?
Weil Dir auf Papier Fehler eher auffallen als am Bildschirm. Lies den Ausdruck an einem anderen Ort als Deinem Schreibplatz. Das schafft zusätzlich Abstand, und Du hängst nicht so sehr an einzelnen Formulierungen.
Wann ist mein Text wirklich fertig?
Wenn Du ihn ein letztes Mal ausgedruckt, gelesen und korrigiert hast. Vorher überträgst Du die Änderungen vom Papier in die Datei und lässt den Text noch einen Tag ruhen. Nach dieser letzten Korrekturrunde ist er fertig.

