Korrektorat? Mach’s selbst!
Der Text ist fertig und soll veröffentlicht werden? Für mich ist es eine Frage der Professionalität, einen grammatikalisch und orthografisch korrekten Text abzugeben. Mit folgenden Tipps stellst Du sicher, dass Deine Texte (nahezu) fehlerfrei sind.
So geht's:
⭐️ Ruhezeit: Text über Nacht liegen lassen
⭐️ Ausdrucken: Analog findet man mehr Fehler
⭐️ Laut lesen: Deckt komplizierte Konstruktionen auf
⭐️ Vier Augen-Prinzip: Gibt Euch wertvolles Feedback
⭐️ Nützliche Tools: für Verständlichkeit und gegen Fehler
Ruhezeit
Ich lasse den Text über Nacht liegen. Das Geschriebene kann sich setzen. Und ich schaue am nächsten Tag mit einem frischen Kopf erneut über den Text. Fehler springen mich dann regelrecht an. Hier fallen mir auch Ungereimtheiten auf, zu komplizierte Konstruktionen oder Wortdopplungen. Wann immer möglich, plant Eure Textabgaben so, dass der Text noch einen Tag ruhen darf.
Ausdrucken
Ich habe noch keine Erklärung gefunden, aber ich finde mehr Fehler, wenn ich den Text ausgedruckt vor mir liegen habe. Dafür drucke ich beidseitig und nutze extra Öko-Papier. Manche schwören auch darauf, die Schriftart zu ändern, um noch mehr Fehler entdecken.
Nützliche Tools
Ich habe ein kostenpflichtiges Tool, welches meine Texte in Content Management Systemen oder in Google Docs korrigiert. Es gibt auch eine Grammatik-Funktion, die mir manchmal hilfreiche Hinweise gibt, wo eventuell noch etwas schief ist. Die Berechnung des Flesch-Indexes meines Textes hilft mir, die Verständlichkeit einzuschätzen (https://fleschindex.de/).
Laut lesen
Dieser Tipp deckt ebenfalls zu komplizierte Satzkonstruktionen auf. Wenn ich beim laut lesen stolpere, ist das ein eindeutiges Zeichen. Auch Fehler springen mehr ins Auge, wenn man sich die Zeit nimmt, laut zu lesen. Denn dann lesen wir viel langsamer.
Vier Augen sehen mehr
Und natürlich, wenn möglich, gebt den Text einer Kollegin, der Freundin, eurem Mann oder, oder, oder. Wichtig: Er oder sie muss zur potentiellen Leserschaft gehören.
Übrigens: Korrektorat ist nicht gleich Lektorat. Wenn Du einen externen Blick für Stil, Satzbau, Prägnanz oder den roten Faden in Deinen Text möchtest, ist das ein “Lektorat”.
FAQ: Texte selbst Korrektur lesen
Wie finde ich Fehler in meinem eigenen Text?
Mit Abstand, Papier, Deiner Stimme und einem zweiten Paar Augen. Lass den Text ruhen, druck ihn aus, lies ihn laut und gib ihn jemandem zum Gegenlesen. Tools helfen zusätzlich, und so wird Dein Text (nahezu) fehlerfrei.
Warum sollte ich meinen Text vor dem Korrekturlesen liegen lassen?
Weil Du mit frischem Kopf Fehler siehst, die Dir vorher entgangen sind. Lass den Text am besten über Nacht ruhen, dann fallen Dir Fehler, Ungereimtheiten, zu komplizierte Sätze und Wortdopplungen regelrecht ins Auge. Plan Deine Abgabe deshalb nach Möglichkeit mit einem Tag Puffer.
Lohnt es sich, Texte zum Korrekturlesen auszudrucken?
Ja, auf Papier entdeckst Du meist mehr Fehler als am Bildschirm. Warum das so ist, weiß ich selbst nicht genau, aber es funktioniert. Manche ändern zusätzlich die Schriftart, um noch mehr zu finden.
Was bringt es, einen Text laut vorzulesen?
Lautes Lesen entlarvt zu komplizierte Sätze. Wenn Du beim Vorlesen stolperst, ist das ein eindeutiges Zeichen. Weil Du dabei langsamer liest, fallen Dir außerdem mehr Fehler auf.
Wen sollte ich meinen Text gegenlesen lassen?
Am besten jemanden, der zu Deiner Zielgruppe gehört. Das kann eine Kollegin, eine Freundin oder Dein Partner sein. Hauptsache, die Person gehört zu den Menschen, die Deinen Text später lesen sollen.
Welche Hilfsmittel helfen beim Korrekturlesen?
Korrekturprogramme, die Grammatikfunktion und der Flesch-Index. Ich nutze ein kostenpflichtiges Korrekturtool für Content-Management-Systeme und Google Docs. Die Verständlichkeit prüfe ich mit dem Flesch-Index über fleschindex.de.
Was ist der Unterschied zwischen Korrektorat und Lektorat?
Ein Korrektorat beseitigt Rechtschreib- und Grammatikfehler, ein Lektorat geht an den Text selbst. Beim Lektorat geht es um Stil, Satzbau, Prägnanz und den roten Faden, und dafür brauchst Du einen Blick von außen. Das Korrektorat kannst Du gut selbst machen.

